Was tun, wenn der Käufer nicht zahlt?

von 4founders am 10. Mai 2012

Käufer zahlt nicht

Wer Produkte verkauft oder eine Dienstleistung erbracht hat, stellt dem Käufer in der Regel eine Rechnung aus, mit der Bitte diese innerhalb einer vorgegebenen Frist zu begleichen. Häufig ist es so, dass die Frist bis zum letzten Tage ausgenutzt wird bzw. der Käufer im Anschluss noch einmal an die Zahlung erinnert werden muss. Was für den einzelnen Käufer vielleicht nur ein kleiner Rechnungsbetrag ist, kann sich für den Unternehmer mit einer Vielzahl von ähnlich gestrickten Kunden zu einem finanziellen Problem entwickeln. Was kann man also tun, wenn der Käufer nicht (sofort) zahlt?

Was kannst Du im Vorfeld tun?

Zunächst sollte man schauen, was man ggf. im Vorfeld tun kann, ehe man die Rechnung an den Käufer stellt. Bei größeren Projekten, die sich über einen längeren Zeitraum verteilen, sollte man Anzahlungen vereinbaren oder zumindest die Zahlung von Teilbeträgen, wenn vorher festgelegte Meilensteine erreicht sind.

Darüber hinaus könnte man Barzahlungsrabatte vereinbaren oder Skonto, wenn die Rechnung innerhalb einer bestimmten Frist beglichen wird. Eine weitere Möglichkeit wäre auch, wenn man auf die Rechnung schreibt, dass der Rechnungsbetrag sofort zur Zahlung fällig ist. Es ist kein Muss, dass man dem Käufer ein 30-tägiges Zahlungsziel einräumt. Aber wenn Du bereits auf Dein Geld wartest, ist es hierfür wahrscheinlich schon zu spät. ;-)

Ist die Rechnung beim Käufer angekommen?

Wenn Du Deine Rechnungen per Post oder per Email verschickst, kann es immer mal wieder vorkommen, dass diese den Empfänger gar nicht erreichen. Klingt eher unwahrscheinlich? – Ist es auch. Aber stell Dir vor, eine Rechnung ist tatsächlich mal auf dem Postweg verloren gegangen oder die Email beim Empfänger im Spam-Ordner gelandet. Willst Du diesem Kunden, der grundsätzlich zahlungsbereit ist, gleich eine böse Mahnung schicken und ihn in Verzug setzen? – Schick ihm eine freundliche Erinnerung oder noch besser, ruf ihn persönlich an. Sei freundlich und sag ihm, dass Du den Zahlungseingang vermisst und ob die Rechnung denn überhaupt angekommen sei. Meist reicht diese kleine Erinnerung und das Geld ist in den nächsten Tagen auf Deinem Konto.

Manche Leute empfehlen auch den Versand der Rechnung per Einschreiben, um auf Nummer sicher zu gehen… Aber mal ehrlich, wenn mir jemand eine erste Rechnung per Einschreiben schickt, dann bedeutet dies doch, dass der Verkäufer mir grundsätzlich nicht vertraut. In diesem Fall hätte ich überhaupt kein Interesse mit dieser Person weitere Geschäfte zu tätigen. Darüber hinaus sagt das Einschreiben lediglich aus, dass ein Umschlag angekommen ist, was genau der Inhalt war, geht aus dem Einschreiben nicht hervor.

Der Käufer kann gerade nicht bezahlen

Wenn der Käufer nicht zahlt, kann es auch mal daran liegen, dass er selbst gerade keine finanziellen Mittel hat. Auch hier sollte man zunächst das Gespräch suchen, welches vom Käufer ausgehen sollte, was aber wohl eher die Seltenheit ist. Es gilt zu klären, warum der Käufer nicht zahlen kann. Stell Dir vor, Du hast ein Farbengeschäft, Dein Käufer ist Malermeister und er wartet selbst noch auf das Geld seiner Auftraggeber, ehe er Dich bezahlen kann. Ist nicht wirklich optimal, aber was willst Du machen? – Willst Du ihm eine böse Mahnung schicken oder ihm mit dem Rechtsanwalt drohen? Du musst vielleicht trotzdem noch zwei oder drei Wochen auf Dein Geld warten. Und für die Zeit danach wird dieser Malermeister seine Farbe woanders kaufen, ebenso seine Malerkollegen, denn man kennt sich schließlich untereinander. Also, welche Alternativen gibt es noch?

Ganz einfach wäre natürlich, ihr vereinbart die Zahlung zu einem späteren Zeitpunkt. Zu diesem späteren Zeitpunkt, der nach Möglichkeit terminiert werden sollte, hat der Malermeister vielleicht schon sein Geld von seinem Auftraggeber bekommen. Mancher denkt sich jetzt: “Ja, und wenn nicht, dann sind wieder zwei oder drei Wochen ins Land gezogen und ich bin keinen Schritt weiter.” – Hier sollte man also auch im Einzelfall abschätzen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass man sein Geld zum späteren Zeitpunkt auch wirklich erhält.

Eine weitere Alternative könnte auch die Ratenzahlung darstellen. Wenn der Malermeister den Gesamtbetrag der Rechnung nicht begleichen kann, dann biete ihm doch eine Ratenzahlung an, bei der er Dir zumindest einen Teilbetrag sofort bezahlt und den Rest in kleineren Schritten.

Manchmal kann man seine Schulden auch abarbeiten. Der Malermeister könnte beispielsweise die eigenen Räumlichkeiten renovieren und auf diese Weise seine Rechnung begleichen. Wie sieht es bei Deinen säumigen Käufern aus? Was könnten sie Dir noch anbieten, mit was könnte man tauschen?

Und wenn der Käufer einfach nicht zahlen will?

Wenn der Käufer wirklich nicht zahlen will und keinerlei Gesprächsbereitschaft signalisiert, dann bleiben nicht mehr viele Alternativen um an das Geld zu kommen. Hier muss man sehen, wie viel Zeit man selbst noch für das Geld eintreiben investieren will. Man kann das übliche Mahnverfahren starten und die Fristen der Mahnungen im Auge behalten oder man kann die Sache auch gleich einem Rechtsanwalt oder Inkassobüro übergeben. Wenn andere sich um die Sache kümmern, hat man selbst wieder den Kopf für andere Dinge frei. Wichtig ist jedoch die Abschätzung von Aufwand und Nutzen, welche direkt von der Höhe der Rechnung abhängig ist.


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