Scheinselbständigkeit

von 4founders am 4. November 2011

Scheinselbständigkeit

Die Lohnnebenkosten, die insbesondere durch die Beiträge zu den gesetzlichen Sozialversicherungen gebildet werden, stellen einen erheblichen Teil der Kosten dar, die in einem Unternehmen für die Beschäftigten anfallen. Einige Unternehmen versuchen daher, diese Kosten durch die formelle Ausgliederung von Miterbeitern und deren anschließende Weiterbeschäftigung auf Auftragsbasis zu umgehen. Oftmals werden die Angestellten hierdurch in den illegalen Staus der Scheinselbständigkeit getrieben. Die Scheinselbständigkeit unterscheidet sich in mehreren wesentlichen Kriterien von der echten Selbständigkeit.

Der Scheinselbständige verfügt meist nur über einen Auftraggeber. Für diesen wird er als Dienstleister oder im Rahmen von Werkverträgen tätig. Im Rahmen seiner Arbeit bleibt er dabei den Weisungen des Auftraggebers unterworfen. In Extremfällen ist es sogar fest in der organisatorischen Struktur des Auftraggebers verankert. Eigene Firmenräume oder Angestellte hat der Scheinselbständige nicht und häufig verfügt er noch nicht einmal über ein eigenes Firmenlogo, Briefpapier oder Visitenkarten.

Die Scheinselbständigkeit ist für die Allgemeinheit, aber auch für den Scheinselbständigen mit Nachteilen verbunden. Der Solidargemeinschaft in der Sozialversicherung entgehen durch die Scheinselbständigen Beiträge. Die Wettbewerber im Markt, die ihre Angestellten ordnungsgemäß beschäftigen, können wegen der höheren Lohnkosten mit Unternehmen, die Scheinselbständige beschäftigen nur schwer konkurrieren. Dem Scheinselbständigen selbst erwachsen durch die fehlende oder unzureichende Versicherung Beeinträchtigungen beim Eintritt des Versicherungsfalles oder bei der späteren Rente.

Deshalb wird die Scheinselbständigkeit auch geahndet. Werden durch die Beschäftigung von Scheinselbständigen die Beiträge zu Sozialversicherung entzogen, so müssen diese noch bis zu 30 Jahren rückwirkend bezahlt werden. Zur Feststellung der Scheinselbständigkeit ist eine Klage beim Arbeitsgericht möglich. Eine solche Klage ist für den Scheinselbständigen sinnvoll, da sich hierdurch seine Arbeitsbedingungen und sein Versicherungsstatus verbessern können.

Für Anfragen zur Scheinselbständigkeit ist die Deutsche Rentenversicherung Bund mit ihrer Clearingstelle zuständig.




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